In welchem Umfeld arbeitest Du am liebsten: Konzern, KMU, Start-up, öffentliche Verwaltung, NPO – und warum?
Ich liebe es, bei null zu starten, Strukturen aufzubauen und Prozesse so zu gestalten, dass sie zum Unternehmen und zu den Menschen passen. Deshalb fühle ich mich vor allem im Start-up und KMU-Umfeld wohl. Kurze Entscheidungswege und die Möglichkeit, Ideen sofort in die Tat umzusetzen, sind genau mein Ding.
Wenn Du im HR etwas «entkomplizieren» könntest – was wäre das?
Wenn ich im HR etwas «entkomplizieren» könnte, dann den Umgang mit einer Arbeitswelt, die sich viel schneller verändert als manche Rahmenbedingungen. Natürlich braucht es klare Leitplanken zum Schutz von Mitarbeitenden. Gleichzeitig ist die Arbeitswelt heute viel individueller, als es manche Regelungen abbilden. Nicht jede Branche funktioniert gleich, und auch Menschen wollen nicht alle nach demselben Modell arbeiten. Ich würde mir deshalb dort mehr Flexibilität wünschen, wo sie im gegenseitigen Einverständnis sinnvoll und für beide Seiten passend ist. Nicht alles muss gleich sein, um fair zu sein.
Welches Buch, Podcast oder welche Person hat Deine Sicht auf Leadership oder HR stark beeinflusst?
Ich mag diese Frage sehr, weil ich ein grosser Fan von Podcasts bin. Ich hole mir regelmässig Inputs aus frei zugänglichen Quellen und finde es grossartig, wie viel wertvolles Wissen heute so unkompliziert verfügbar ist. Besonders inspiriert haben mich beim Jobcloud-Podcast die Folgen rund um Recruiting und den Umgang mit Bewerbenden. Die Haltung der Podcasterinnen haben meinen Blick auf Recruiting und meinen eigenen Prozess stark beeinflusst.
Auch der HRM Hacks Podcast von Alexander R. Petsch höre ich sehr gern, weil ich daraus immer wieder kleine, konkrete Tipps für meinen Berufsalltag mitnehme.
Wo sollte HR aus Deiner Sicht in fünf Jahren deutlich mutiger sein als heute?
Ich wünsche mir, dass HR gegenüber der Geschäftsleitung mutiger auftritt, wenn Bewerbende über 50 im Recruiting pauschal ausgeschlossen werden sollen.
Wenn Du eine Sache in der Arbeitswelt der Zukunft garantiert verankern könntest – welche wäre das?
Ich würde die Zeit, die durch KI frei wird, nicht mit zusätzlicher Arbeit füllen. Der Druck in der Arbeitswelt ist sehr hoch, und viele Menschen zahlen dafür langfristig gesundheitlich einen Preis. Ich arbeite gerne, aber ein gesundes Leben braucht auch Zeit für Schlaf, Bewegung, gesunde Ernährung, Familie, Freundschaften und überhaupt für das Leben ausserhalb der Arbeit. Eine 36- bis 38-Stunden-Woche wäre für mich deshalb ein sinnvoller Schritt. Wenn Technologie uns effizienter macht, sollte davon nicht nur das Unternehmen profitieren, sondern auch die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen – was letztlich auch den Unternehmen zugutekommt.
Stell Dir vor: Du hättest für einen Tag eine riesige Plakatwand am Zürich HB nur für HR. Was stünde darauf?
Offene Stelle? Mach aus deinen Kund:innen Fans – dann klappt’s auch mit der Stellenbesetzung.